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Projekte an der Tongabezi und Erlebnisse der letzten Wochen

Die Tongabezi Trust School (auch Tujatane genannt) ist eine private Schule, welche ausschließlich von Spenden lebt. Das Besondere an ihr ist, dass sie ursprünglich gegründet wurde, damit die Kinder der Arbeiter der Tongabezi Lodge (eine sehr teure Lodge, mit unter anderem einem eigenen Hubschrauberlandeplatz) zur Schule gehen können, während ihre Eltern arbeiten. Meistens stammen die Schüler also aus ziemlich armen Familien.

An der Tongabezi läuft alles sehr geordnet und strukturiert ab. Unsere Aufgaben betreffen eigentlich nur den Sportunterricht. Montag- und Freitag morgens treffen wir gegen 07:30 an der Schule ein und setzten uns mit dem Sportlehrer Frank zusammen und planen den Tag.

Wir unterrichten Klasse 1 bis Klasse 7, die dann auf  Montag und Freitag aufgeteilt sind. Nach dem Mittagessen bieten wir ab 14 Uhr Nachmittagsprogramm an. Patrick spielt mit den Kindern Fußball und ich Handball. Vermutlich werde ich auch noch mit Blockflötenunterricht an der Tongabezi School starten. Vor ein paar Wochen haben wir auch mit Tag Rugby angefangen, da die Schulen in Livingstone versuchen eine eigene Liga in dieser Sportart aufzubauen.

Tag Rugby ist eine harmlosere Version von Rugby, bei der man sich nicht auf den Gegner drauf schmeißt, um ihn aufzuhalten. Der Gegner wird gestoppt, indem man versucht, ein mit Klettverschluss befestigtes “Tag“ abzureißen.

Samstag morgens fahren wir mit der Klasse 6 zu einer anderen Schule in der Stadt, die einen eigenen Pool hat, und geben Schwimmunterricht. Wer mich gut kennt, der weiß, dass Schwimmen nicht unbedingt meine Lieblingssportart ist. Aber es macht mir jedoch mehr Spaß als ich gedacht hätte (und das obwohl der Pool verdammt kalt ist).

 

Mittlerweile habe ich auch endlich mein Temporary Permit erhalten, nachdem wir 3-mal unser Touristenvisum verlängern lassen mussten. Ich habe meins sogar für ein ganzes Jahr bekommen. Andere von uns ASC-Freiwilligen waren nicht so erfolgreich und haben es nur für 6 Monate bekommen. Das ist ziemlich ärgerlich, denn jetzt müssen sie sehr wahrscheinlich im April wieder in die Hauptstadt Lusaka fahren und es da verlängern lassen.

 

Vor ein paar Wochen haben wir mit einem guten Freund eine private Bootstour auf dem Sambesi gemacht. Dabei habe ich meine ersten Hippos, Gnus, Waterbacks und auch Krokodile gesehen. Bei den Krokodilen hatte ich echt Angst, weil wir so nah an eines herangefahren sind, dass es ruckartig von seiner Sandbank ins Wasser geglitten ist und dabei das Maul aufgerissen hat. Seitdem habe ich noch mehr Respekt vor dem Sambesi…

 

Inzwischen haben wir sogar schon unsere erste richtige Reise hinter uns. Wir sind (leider nur) zu viert zum Lake Kariba gefahren, weil zwei andere von uns sechs arbeiten mussten. Dort haben Jaschka, Paula, Patrick und Ich uns mit zwei anderen Freiwilligen von der Organisation von „Brot für die Welt“ getroffen und dort ein schönes Wochenende verbracht.

 

Generell kann ich noch sagen, dass ich das Gefühl habe, hier nach 2 ½  Monaten richtig angekommen zu sein. Patrick und ich haben in Simoonga einen großen Freundeskreis aufgebaut, mit dem wir regelmäßig Nshima kochen (und es dann hoffentlich in ein paar Wochen auch alleine hinbekommen…), und nette Abende verbringen.

Das Fußballteam „Simoonga United“, indem Patrick auch mitspielt ist ziemlich erfolgreich, was das ganze Dorf glücklich stimmt.

Unsere Arbeit in den Schulen auch klappt ziemlich gut: die Planungen für kommende schul-interne Sportevents, als auch externe Events mit anderen Schulen zusammen laufen schon. Auch der Sportunterricht in der Simoonga School sollte bald beginnen. Wir stehen zwar noch vor einer ziemlichen Herausforderung, nämlich 10 Schulklassen in zwei Tagen den Sportunterricht zu ermöglichen, dabei jedoch nicht ihren normalen Stundenplan zu unterbrechen. Aber das werden wir schon geschaukelt bekommen.

 

Leider habe ich nicht so oft Zugriff auf Wlan oder generell Internet, was das Hochladen von Blogeinträgen etwas erschwert. Trotzdem werde ich mich bemühen, regelmäßiger etwas zu posten und entschuldige mich dafür, dass es diesmal so lange gedauert hat.

 

Ganz liebe Grüße aus dem immer heißer werdenden Livingstone

 

Charlotte